BIOGRAPHIE

 
Amadeus Wiesensee ist ein außergewöhnlicher junger Musiker von gleichermaßen intellektueller wie pianistischer Brillanz. Für beide Bereiche zeigt er enormes Talent und hat sie, indem er philosophische und musikalische Studien nebeneinander betreibt, systematisch und gründlich kultiviert. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich interessanter musikalischer Geist und ein beeindruckendes analytisches Vermögen, bereichert durch eine starke künstlerische Intuition. Ich erwarte von ihm bemerkenswert originelle und bedeutsame Beiträge in der Zukunft.
— Matti Raekallio, The Juilliard School

Amadeus Wiesensee, geboren 1993 in Würzburg und aufgewachsen am Tegernsee, debütierte bereits als Zwölfjähriger mit dem Münchner Rundfunkorchester. Er wird wegen seiner erlesenen Klangkultur und  faszinierenden Ausstrahlung gefeiert und beeindruckt durch seine Virtuosität und die intelligente Gestaltung seiner Programme. Die Süddeutsche Zeitung schreibt anlässlich seines Eröffnungskonzertes des Nymphenburger Sommers: „Dieser junge Mann hat ein nahezu unheimliches Gespür für die Dunkelheiten, für das Verhangene, auch Grüblerische und deren Farbigkeiten. So leuchtet er keineswegs nur den Vordergrund der Stücke prächtig aus, sondern er öffnet im musikalischen Prozess gleichsam die dahinterliegenden Echo- und Assoziationsräume. In den besten Momenten scheint es, als könne man die Musik als dreidimensionales Gebilde umwandern."

Nach seinem Debüt bei den Festspielen Europäische Wochen Passau formulierte die Landshuter Zeitung: „Der erst 21-jährige Amadeus Wiesensee ließ beinahe alles Bisherige in den Schatten treten, traumwandlerisch trifft er die Mischung von Innerlichkeit und Leidenschaft, von Noblesse und Kühnheit, von Monumentalität und Charme, weiß Pathos und Schwulst auseinanderzuhalten.“

Einladungen zu Konzerten führten ihn u.a. zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Bologna Festival, dem Schleswig Holstein Musikfestival, dem Würzburger Mozartfest, den Opernfestspielen Gut Immling, den Schwetzinger Mozarttagen, dem Oxford Piano Festival und zu den Europäischen Wochen Passau. Des Weiteren konzertierte er in den Niederlanden, Italien, Spanien, Schweiz, Liechtenstein und Österreich sowie auch auf einer Konzertreise mit der MS EUROPA durch Mittelamerika. Höhepunkte der Saison 2017 sind u. a. Debüts beim Nymphenburger Sommer und beim Bologna Festival.

Im Januar 2014 debütierte er mit dem Bayerischen Landesjugendorchester mit dem ersten Klavierkonzert von Franz Liszt in der Philharmonie in München, welches von BR-Klassik gesendet wurde. Als Solist spielte er u.a. mit der Deutschen Streicherphilharmonie, den Heidelberger Symphonikern, der Neuen Philharmonie Westfalen, den Bergischen Symphonikern, den Bad Reichenhaller Philharmonikern und dem Bayerischen Landesjugendorchester unter Dirigenten wie Dimitri Jurowski, Sebastian Tewinkel, Peter Kuhn, Michael Sanderling und Clemens Schuldt.

Bereits mit 12 Jahren war er Jungstudent bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling am Mozarteum Salzburg. Nach dessen Tod nahm er das Studium bei Prof. Antti Siirala in München auf und wurde in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Dimitri Bashkirov, Leon Fleisher, Matti Raekallio, Richard Goode und Hélène Grimaud ergänzen seine Ausbildung. Besonders nachhaltige Impulse erhielt er von Alfred Brendel wie auch aktuell regelmäßig von Elisabeth Leonskaja.

Amadeus Wiesensees zweite große Leidenschaft gilt der Philosophie, der er auch in einem Parallelstudium nachging, das er an der Hochschule für Philosophie München im Juli 2015 mit dem Bachelor of Arts und Bestnote abschloss.