PRESSESTIMMEN

 

Süddeutsche Zeitung, 06/2017:

"Amadeus Wiesensee [bot] im Hubertussaal eine vielschichtige, über drei Jahrhunderte ausgreifende pianistisch packende Tour d'horizon dar mit größtem Ernst, bezwingender Konzentration und imponierender Gestaltungs- und Strukturierungskraft."

"Dieser junge Mann hat ein nahezu unheimliches Gespür für die Dunkelheiten, für das Verhangene, auch Grüblerische und deren Farbigkeiten. So leuchtet er keineswegs nur den Vordergrund der Stücke prächtig aus, sondern er öffnet im musikalischen Prozess gleichsam die dahinterliegenden Echo- und Assoziationsräume. In den besten Momenten scheint es, als könne man die Musik als dreidimensionales Gebilde umwandern. So werden aus den offen virtuosen Tanzsätzen der Englischen Suite tiefgestaffelte Raumfolgen. "

"Wiesensee entfaltet Brahms' Variationen als überraschungsreiche, mal ins Träumende abschweifende, dann kräftig auftrumpfende Abenteuerreise hin zum glänzend durchformulierten Schlussfugenmassiv. Schuberts Musik beschwört er als sehnsuchtsvolle Zwielichtlandschaften und bei Prokofjew begreift er neben aller klirrenden Martellato-Härte weite Melancholie als dessen Zentrum."


Münchner Merkur, 12/2016:

"Auf dem Programm standen Johannes Brahms’ Variationen und Fuge über ein Thema von Händel B-Dur Opus 24. Mit den rund 25 differenzierten Variationen über das einfache, herzliche, ja fast kindliche Grundthema schien sich Wiesensee mit sich selbst, den eigenen Emotionen, Möglichkeiten wie Widerständen auseinanderzusetzen. Mitreißend wie er das interpretierte, wie er dem Flügel einen summenden Grundton entlockte über den sich dialektisch Freude, Hoffnung, Mahnung, Zweifel, Selbstbewusstsein legten bis zu dem Punkt, an dem alle Empfindungen verbindlich mit den Klängen himmelwärts drängten.“

„Nach der Pause waren es drei von Franz Schuberts Moments musicaux D780 (Nummer 2, 5 und 6), mit denen Wiesensee die Auseinandersetzung des Individuums mit einer höherstehenden Macht, mit dem Göttlichen darlegte. Da steckte alles drin: erhebende Leichtigkeit, Tiefgründigkeit, kraftvolle Dramatik, Aufbäumen, Zartheit, Hoffnung, Geborgenheit. Damit umarmte Wiesensee, dem man die physische Anstrengung dieser Seelenbewegungen ansah, sein Publikum regelrecht. Und das Publikum war tief ergriffen. Es wäre aber kein philosophisches, kein wahres Wiesensee-Konzert gewesen, wenn nicht noch die Konfrontation des Menschen mit seiner Umwelt, mit seiner Art aufgegriffen worden wäre. Das tat Wiesensee mit Sergej Prokofjews Klaviersonate Nr. 7 B-Dur Opus 83: dunkel, kriegerisch, kämpfend, fliehend und spärlich durchtrieben von Hoffnung. Schockierend das abrupte Ende. Das Publikum sprang regelrecht auf, um minutenlang stehend und Bravo-rufend zu applaudieren.“


Rhein-Zeitung, 11/2016:

"Die Wiederentdeckung des "Sprechenden" und des Expressiven in der Barockmusik zeigt sein Bachspiel in der großartigen sprechmusikalischen Erfüllung und Bedeutungsgebung der Englischen Suite Nr. 6 d-Moll BWV 811."

"Ein wahres Wunder pianistischer Grandezza entfaltete Wiesensee in den Nr. 2, 5 und 6 der Moment musicaux D 780 von Franz Schubert. Hingabe sowie das Gefühl für Schuberts atembeklemmende Pausen - tiefer als hier kann man in die Werkstatt des romantischen Komponisten nicht eindringen."

[Prokofjew Klaviersonate Nr. 7] "Alles ist beängstigend perfekt, so ungeheuer spannend gespielt, dass man von der Magie des Spiels gebannt ist: Eine energiegeladene pianistisch förmlich bestürzende gestochen detailscharfe Interpretation der von Furor getragenden "Siebenten". (...) "So spontan und einmütig sah man selten Besucher sich zu Standing Ovations erheben wie an diesem großem Abend mit Amadeus Wiesensee."


Schwarzwälder Bote, 03/2016:

"Der 22-jährige Künstler scheint eine Ausnahmeerscheinung zu sein – und zwar nicht nur unter den gleichaltrigen Konkurrenten. Seine fortgeschrittene künstlerische Reife und die technische Brillanz bilden schon jetzt eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung und lassen eine vielversprechende Zukunft erahnen." 

"In dem nachfolgenden, ebenfalls von Skrjabin komponierten Poème "Vers la flamme" ("Der Flamme entgegen") entfesselte Wiesensee die ganze Sprengkraft der Emotionen, die sich in der Sonate B-Dur von Prokofjew im höhnisch-dämonischen Totentanz offenbart. Auch hier überließ der Pianist keinen Ton, keinen dynamischen Kontrast, keine Zäsur oder agogischen Schub dem Zufall, und trotzdem wirkte sein Spiel spontan und tiefgründig, transparent und organisch zugleich. Eine wahrlich meisterliche Interpretation." 

"Die Fantasien op. 116 von Johannes Brahms, diese edlen Kleinoden der Romantik, erklangen mal als poetische, liedhafte Verse, mal als subtile, in die Luft geworfene Fragen. Hier war der Anschlag von Wiesensee extrem differenziert, in Repetitionen rund und deutlich wie Kieselsteine, im Legato weich wie das Wasser selbst. Wieder einmal eine zutiefst beeindruckende Leistung." 


The New Listener, 12/2015

"Amadeus Wiesensee ist kein typischer Virtuose, sondern vor allem ein Musiker, der alles zu erfassen und umzusetzen sucht und darin einen wunderbar zauberhaften, poetischen Zugang vermittelt. […] 

"Als Zugabe war ein Arrangement von Bachs Choralvorspiel ‚Nun komm der Heiden Heiland’ zu hören, wahrhaft ergreifend in der ungesucht sich versenkenden Gelassenheit und puren Schönheit der Darbietung."


Solinger Tagblatt, 11/2015

„Der erst 22-jährige Amadeus Wiesensee nahm das Publikum zwei Stunden lang mit auf eine musikalische Reise, die von himmlischen Höhen hinunter in die schwärzeste Hölle und wieder zurückführte." 

"Auch als Moderator des von ihm zusammengestellten Programms bewies er eine bewundernswerte Souveränität und eloquente Kompetenz."  

"Nachdrücklich breitete Wiesensee zunächst die barocke tänzerische Farbigkeit von Bachs Englischer Suite Nr.5 e-moll vor den vollbesetzten Stuhlreihen im Meistermannsaal aus. Mit Beethovens Sonate op. 27 Nr. 1 in Es-Dur, der „Schwester“ der viel bekannteren „Mondscheinsonate“ saugte er dann sein Publikum nahezu in die Klänge hinein. Jeder gespielte Ton, offenbar bewusst pointiert, steigerte die spürbare Faszination im Raum, die von der atemberaubenden Mischung aus handwerklichem Können, sensitiver Ausdruckskraft und energetischer Dichte am Klavier ausging." 


Landshuter Zeitung und Passauer Neue Presse, 08/2015:

"Der erst 21-jährige Amadeus Wiesensee ließ beinahe alles Bisherige in den Schatten treten, traumwandlerisch trifft er die Mischung von Innerlichkeit und Leidenschaft, von Noblesse und Kühnheit, von Monumentalität und Charme, weiß Pathos und Schwulst auseinanderzuhalten.“ (Landshuter Zeitung)

"Erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit der junge Pianist in vollendeter Perfektion hochvirtuose Passagen mit vollgriffigen Akkorden und rasanten Zweiunddreißigstelläufen Liszts‘ Dante Sonate interpretiert. […] Trotz des ernsten Programms zeigt sich das Passauer Publikum im Rathaussaal begeistert: Bravo-Rufe bereits nach dem ersten Programmpunkt, stehende Ovationen zum Schluss." (Passauer Neue Presse)


NEUE MUSIKZEITUNG (www.nmz.de), 03/2014

"Wie Wiesensee beispielsweise die mächtigen Akkordfortschreitungen mit aller Gewalt und zugleich durchscheinend, ja sogar in der mächtigsten Entfaltung noch mit Sanftmut zelebrierte, dürfte seinesgleichen nicht leicht finden. Das erinnerte mich gar an die unvergängliche Kunst Michelangelis."


Remscheider Generalanzeiger, 03/2012

"Dass alles das ein erst 18-jähriger Pianist illustrieren kann, erscheint nahezu unfassbar. Weich fließend, dann kraftvoll, mit hoher Anschlagkultur und brillanter Grifftechnik, mit Feuer und Sentiment, wirbelnd und lyrisch tut er das, die bestens aufgestellten Symphoniker unter Clemens Schuldt stets an seiner Seite. Ein virtuoser Hochgenuss, der mit Bravi belohnt wurde - wie alle Beteiligten beim tosenden Schlussapplaus."


westdeutsche allgemeine zeitung, 03/2012

"Den nachhaltigsten Eindruck aber hinterließ der am Ende musizierende Amadeus Wiesensee. Die Aneignung des 2. Klavierkonzertes c-Moll von Sergej Rachmaninow gelang dem Abiturienten in einer erstaunlichen Reife. Dass ein nicht mal 20-Jähriger aber ein solches Meisterwerk, bei dem der Pianist die Balance zwischen zurückhaltender Begleitung und furiosen Soli meistern muss, auswendig darbietet, entlockte auch dem Publikum stehende Ovationen."


Süddeutsche Zeitung, 08/2009

"Chopins Fantasie-Impromptu cis-Moll op.posth.66 gab ihm die Gelegenheit, seine bravouröse und brillante Pianistik in geradezu vorbildhafter Technik zu demonstrieren. Seine Läufe erklangen beherrscht ausgespielt, sein Gesang von gefühlvoller Kantabilität. Den Höhepunkt setzte indes Amadeus Wiesensees ordnende Kraft und Beherrschtheit im Scherzo cis-Moll op. 39. Im verregneten Mallorca vom kränkelnden Chopin komponiert, bot es nicht nur virtuose Konzertanz mit orchestralen Ansätzen, sondern auch von Wiesensee tief empfundenen Gesang."