BIOGRAPHIE

 
Amadeus Wiesensee ist ein außergewöhnlicher junger Musiker von gleichermaßen intellektueller wie pianistischer Brillanz. Für beide Bereiche zeigt er enormes Talent und hat sie, indem er philosophische und musikalische Studien nebeneinander betreibt, systematisch und gründlich kultiviert. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich interessanter musikalischer Geist und ein beeindruckendes analytisches Vermögen, bereichert durch eine starke künstlerische Intuition. Ich erwarte von ihm bemerkenswert originelle und bedeutsame Beiträge in der Zukunft.
— Matti Raekallio, The Juilliard School
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Amadeus Wiesensee (*1993) debütierte bereits als Zwölfjähriger mit dem Münchner Rundfunkorchester. Die Süddeutsche Zeitung schrieb anlässlich seines Konzertes zur Eröffnung des Nymphenburger Sommers: „Dieser junge Mann hat ein nahezu unheimliches Gespür für die Dunkelheiten, für das Verhangene, auch Grüblerische und deren Farbigkeiten. So leuchtet er keineswegs nur den Vordergrund der Stücke prächtig aus, sondern er öffnet im musikalischen Prozess gleichsam die dahinterliegenden Echo- und Assoziationsräume. In den besten Momenten scheint es, als könne man die Musik als dreidimensionales Gebilde umwandern."

Nach seinem Debüt bei den Festspielen Europäische Wochen Passau formulierte die Landshuter Zeitung: „Der erst 21-jährige Amadeus Wiesensee ließ beinahe alles Bisherige in den Schatten treten, traumwandlerisch trifft er die Mischung von Innerlichkeit und Leidenschaft, von Noblesse und Kühnheit, von Monumentalität und Charme.“

2018 debütiert er u. a. in London in St. Martin-in-the-fields, beim Klavierfestival Ruhr und auf Einladung von Christian Thielemann im Konzerthaus Berlin.

Mit acht Jahren wurde er Schüler von Prof. Thomas Böckheler am Richard-Strauss-Konservatorium in München, ab 2007 Jungstudent bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling am Mozarteum Salzburg. Nach dessen Tod nahm er das Studium bei Antti Siirala an der Hochschule für Musik und Theater München auf. Außerdem war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Deutschen Stiftung Musikleben. Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Dimitri Bashkirov, Leon Fleisher, Matti Raekallio, Richard Goode und Hélène Grimaud ergänzen seine Ausbildung. Besonders nachhaltige Impulse erhielt er von Alfred Brendel wie auch aktuell regelmäßig von Elisabeth Leonskaja.

Einladungen zu Konzerten führten ihn u.a. zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Bologna Festival, dem Oxford Piano Festival, dem Schleswig Holstein Musikfestival, dem Würzburger Mozartfest, den Opernfestspielen Gut Immling, den Schwetzinger Mozarttagen, der Musikwoche Hitzacker, dem Nymphenburger Sommer und zu den Europäischen Wochen Passau. Des Weiteren konzertierte er in den Niederlanden, Italien, Spanien, Schweiz, Liechtenstein und Österreich sowie auch auf einer Konzertreise mit der MS Europa durch Mittelamerika.

Amadeus Wiesensee gewann bei nationalen und internationalen Wettbewerben, u.a. beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, beim Karl Lang Wettbewerb, beim Schumann Wettbewerb Zwickau und beim Internationalen Klavierpodium München, wiederholt erste Preise. 2018 konnte er sich aus weltweit über hundert Bewerbungen zu den sechs Nominierten für den Internationalen Deutschen Pianistenpreis zählen. Mehrfach war er live in Rundfunksendern wie dem BR, WDR und dem SWR und im Bayerischen Fernsehen zu erleben.

Im Januar 2014 debütierte er mit dem Bayerischen Landesjugendorchester mit dem ersten Klavierkonzert von Franz Liszt in der Philharmonie in München, welches von BR-Klassik gesendet wurde. Als Solist spielte er u.a. mit der Deutschen Streicherphilharmonie, den Heidelberger Symphonikern, der Neuen Philharmonie Westfalen, den Bergischen Symphonikern, den Bad Reichenhaller Philharmonikern und dem Bayerischen Landesjugendorchester unter Dirigenten wie Dimitri Jurowski, Michael Sanderling, Sebastian Tewinkel, Peter Kuhn und Clemens Schuldt.

Dem jungen Pianisten wurden zudem bereits zahlreiche Uraufführungen von Komponisten anvertraut, wie beispielsweise von Wilfried Hiller, John Foulds und Birke Bertelsmeier.

Amadeus Wiesensees zweite große Leidenschaft gilt der Philosophie, der er auch in einem Parallelstudium nachging, das er an der Hochschule für Philosophie München im Juli 2015 mit dem Bachelor of Arts und Bestnote abschloss.